Geschichte

Die Gründung

Am 1. April 1949 machte Karl Bertram sich selbständig und gründete die Firma Karl Bertram Elektro-, Maschinen- und Gerätebau in der Breslauer Straße 70 in Bevern. Er hatte den Nachholbedarf der Nachkriegsjahre richtig eingeschätzt und stellte sich darauf ein, indem er sowohl Leistungen im Elektroinstallationsbereich anbot als auch Reparaturen und Anfertigungen elektrischer Geräte. Ohne die Unterstützung seiner Eltern, auch der Vater war Elektriker, wäre dieser Schritt in die Selbständigkeit nicht möglich gewesen. Sie stellten der jungen Firma die Scheune ihres Wohnhauses zur Verfügung, sorgten für das notwendige Startkapitel und arbeiteten bei Bedarf mit.

1951 legte Karl Bertram seine Meisterprüfung im Elektroinstalleurhandwerk ab. Sein Meisterstück war ein Anlasser, der an die Aminiuswerft in Bodenwerder verkauft wurde.

Mit zunehmendem Wohlstand der Bevölkerung Anfang der 50er Jahre wuchs der Bedarf an Elektrointallationen in Wohnhäusern, und Karl Bertram konnte die Nachfrage nicht mehr allein mit Hilfe seiner Familienangehörigen bewältigen, so dass er seinen ersten Mitarbeiter einstellte.

Entscheidend aber für die weitere Entwicklung des Betriebs wurde der Kontakt zur einmaligen Maschinen- und Eisengießerei C. Müller KG in Forst. Mitte der 50er Jahre entwickelte die Firma C.Müller KG auf Anfrage der Weser-Sperrholzwerke in Holzminden Maschinen für die Schälfurnierfertigung und - verarbeitung. Für diese Maschinen wiederum entwickelte Karl Bertram spezifische Steuerungen und Automatisierungslösungen. Dem damaligen Stand der Technik entsprechend wurden Bertrams erste elektronische Steuerungen mit Röhren gefertigt. Die von der Firma Müller hergestellten und von Karl Bertram mit Steuerungen ausgerüsteten Maschinen und Anlagen für die Schälfurnierherstellung waren qualitativ so Hochwertig, dass die Nachfrage in kurzer Zeit rapide weltweit stieg. Mit dem Steuerungsbau taten sich grundlegend neue Geschäftsfelder auf: Für die unterschiedlichsten Industriezweige (Chemie, Lebensmittel, Gummi, Glas) wurden Steuerungen entwickelt.

In dieser späten Gründungsphase erschloss Karl Bertram sich ein weiteres Standbein: Für die umliegenden Wesersandsteinbrüche fertigte er komplette Stromerzeuger aus selbstgefertigten Generatoren, die mit einem Dieselmotor angetrieben wurden.

Nebenbei und nur als Kuriosität erwähnenswert:Karl Bertram baute die Vorläufer der heutigen Musikautomaten und Kickertische, die in den Gaststätten der Umgebung aufgestellt wurden.

Der Umzug

In Konsequenz der vielfältiger werdenden Aufgabengebiete und der zunehmenden Nachfrage reichten die vorhandenen Räumlichkeiten bald nicht mehr aus. So wurde 1960 die Entscheidung getroffen, auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine neue Betriebstätte zu errichten, bestehend aus Büro und Werkstatt. Das Gebäude entstand in einem für damalige Verhältnisse sehr modernen Stil, die Werkstatt in der sogenannten Shed-Bauweise. 1963 konnte es bezogen werden.

In diesem Jahr intensivierte sich die Zusammenarbeit mit der Maschinenfabrik C. Müller. Komplette Fertigungsstraßen für die Schälfurnierherstellung wurden unter anderem nach Singapur, Afrika, den Philippinen, Israel und China geliefert und aufgebaut.

Zunehmend arbeitete die Firma auch für die regionalen Industriebetriebe im Bereich des Schaltschrankbaus, der Elektroinstallation sowie der Reparatur und Wartung. Die Zahl der Mitarbeiter war gegen Ende der 60er Jahre auf 30 angewachsen. 1972 musste die Werkstatt um zwei Sheds erwietert werden, um zusätzliche Produktionsflächen zu schaffen.

Der Konkurs der Maschinenfabrik Müller Mitte der 70er Jahre hatte eine Neuorientierung zur Folge: Zunehmend entwickelte die Firma Automatisierungslösungen für die unterschiedlichsten Industriezweige. Die von einer regionalen Maschinenfabrik entwickelten Förderanlagen rüstete sie mit der erforderlichen Automatisierungstechnik aus. Von diesem Zeitpunkt datieren Bertrams Erfahrungen mit den neu auf den Markt gekommenen SPS-Steuerungen, mit denen die geforderten Automatisierungssteuerungen optimal realisiert werden konnten. Mit diesem Angebot gelang es der Firma, sich kontinuierlich Marktpositionen zu erobern, unter anderem in der Glas-, Lebensmittel-, Farb- und Chemischen Industrie.

Der Neubau

Die Firma entwickelte ihre Automatisierungslösungen in den 80er Jahren kontinuierlich weiter und bot mit dem Leistungspaket "Alles aus einer Hand" Hard- und Softwareplanung, Fertigung und Konfiguration einzelner Baugruppen, Installation und Inbetriebnahme von Kompletten Anlagen an. Dieses Angebotsspektrum beinhaltete auch die Konstruktion und Fertigung mechanischer Anlagen und Komponenten.

Mitte der 90er Jahre reagierte das Unternehmen auf die zunehmende Nachfrage des Marktes nach Anlagen für Qualitätskontrolle und -sicherung mit dem Einsatz modernster CCD-Technik mit eigens dafür entwickelten Software-Tools. Daraus entstand die Abteilung Bildverarbeitung. So lag es nahe, das Unternehmen in die drei Bereiche Elektrotechnik, Bildverarbeitung und Anlagenbau zu gliedern.

Auf Grund des erweiterten Leistungsspektrums und der gestiegenen Produktion wurden die vorhandenen Büro- und Produktionsflächen erneut zu klein. Da eine Erweiterung am Standort nicht genehmigt wurde, traf die Geschäftsführung die Entscheidung, die Betriebsstätte in das Gewerbegebiet Birkenweg zu verlegen. In der Philipp-Reis-Straße 3 in Bevern wurde ein architektonisch interessantes Firmengebäude errichtet, das ausreichende Kapazitäten besitzt und auch im Bürobereich nach arbeitsergonomischen Richtlinien entworfen wurde. In seiner angenehmen Atmosphäre soll gewährleistet werden, dass der innovative Vorsprung des Unternehmens ausgebaut wird.